22.11.2019 | 5 Bilder

Der Gasteiner Klaubauf – eine mystische Figur

Krampus, Kramperl, Spitzbartl oder Klaubauf viele Namen prägen die finstere Gestalt

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Birkenäste und Zirbenholz aus den Wäldern sowie Felle von Ziegen und Schafen – Zusammengetragen aus den Rohstoffen der umliegenden Natur nimmt die Hülle des Krampusses auch das Wesen seiner Umgebung auf. Aus einer mystischen Vergangenheit erwachsen, ist der Gasteiner Brauch einer von wenigen, die besonders ursprünglich erhalten geblieben sind. Zum Nikolausabend und Nikolaustag am 5. und 6. Dezember ziehen die schaurigen Erscheinungen wieder durch die Gasteiner Ortschaften.

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Aus Nikolaus, Körbelträger, drei bis sieben Krampussen und ortsabhängig einem Engerl formen sich die Gasteiner Krampus Passen. Vom charakteristischen Glocken- und Schellengeläut begleitet, ziehen sie von Haus zu Haus, um zu belohnen oder zu maßregeln. Seine Wurzeln hat der Krampuslauf in einer mystischen Vergangenheit. „Den ersten schriftlichen Hinweis findet man um 400 n. Chr. vom großen Kirchenlehrer Augustinus, der die damals ‚lärmenden, schreienden und sich in Fell hüllenden‘ Menschen zu etwas Ungesetzlichem und Verbotenem erklärte“, weiß der Archivar und Brauchtumsexperte Horst Wierer aus Bad Hofgastein. Zu dieser Zeit waren Dämonen und Geister noch fixe Bestandteile des Volksglaubens. Um das zu vertreiben, wovor sich die Menschen selbst fürchteten, verkleideten sie sich und zogen mit ihren Masken in die Dunkelheit. Dies macht den Krampus in seinen Ursprüngen zu einer positiv besetzten Figur, die für die Gesellschaft den Zweck der Vertreibung des Bösen erfüllte. Nachdem die Kirche den Brauch zuerst zu etwas Unchristlichem erklärte, wurde schnell klar, dass sich die Tradition unter der Bevölkerung nicht mehr ausrotten ließ, so wurde der heilige Nikolaus in die Krampus-Pass integriert. In Gastein ist die Ursprünglichkeit der Krampus-Tradition ganz besonders stark ausgeprägt, denn im längsten Seitental der Salzach hat der Brauch die Wirren der Geschichte fast unverfälscht überstanden. Nach wie vor verkörpert der Krampus hier nicht selbst das Böse, sondern vertreibt es. Showeffekte, bengalische Feuer und organisierte Läufe werden von den Passen im Tal abgelehnt. Jede der rund 100 Passen hat ihren eigenen Weg, so wie früher direkt in die Häuser der Menschen.

Besonderheiten des Gasteiner Krampusses
Um sich Krampus oder Klaubauf nennen zu dürfen, braucht es einiges an Ausstattung. Bis zu 30 Kilogramm kann eine Krampus-Ausrüstung wiegen. Das Krampus-Gewand besteht aus Schaf- oder Ziegenfellen für den Anzug, gebündelten Birkenästen für die Rute, den typischen Schellen und der Maske. In Gastein nennt man die Schellen auch „Rollen“ und die Masken der Krampusse auch „Holzlarven“ oder „Köpf“. Die Gasteiner Masken werden aus Zirbenholz geschnitzt und traditionell überwiegend dunkel bemalt. Charakteristisch für die „Köpf“ ist auch die relativ hohe Anzahl an Hörnern, die von Widdern und Böcken stammen. Die Schnitzer im Tal sind wahre Künstler und orientieren sich auch heute noch meist penibel an historischen Vorbildern wie Josef Lang und Sepp Viehhauser. Das trägt natürlich ebenfalls dazu bei, dass die Überlieferung von Generation zu Generation weitergetragen wird und die Originalität erhalten bleibt. "Wie eine alte Zirbe langsam gewachsen, so hat sich der Krampus-Brauch in Gastein über Jahrhunderte stetig entwickelt. Für das Holz wie für den Brauch gilt, dass diese langsame aber anhaltende Entwicklung der Qualität zuträglich war und ist“, so Clemens Hübsch. Er ist einer der regionalen Gasteiner Handwerker, freischaffender Künstler, Bildhauer, Krampus-Schnitzer und selbst auch Krampus bei der „Werkstatt-Pass“.
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Krampustradition in Gastein
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